Modulgruppe Qualitätsmanagement


Versorgungsdatenexport (VE)

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Versorgungsverträge refinanzieren

Versorgungs- und Selektivverträge regeln den Rahmen medizinischer Leistungen, um die Qualität der Versorgung zu verbessern. Krankenkassen sind darauf angewiesen, dass Selektiv- und Versorgungsverträge refinanziert werden - beispielsweise durch eine nachgewiesen wirtschaftliche und rationale Verordnungsweise der Leistungserbringer.

Für die Refinanzierung werden zwischen den Vertragspartnern normalerweise Zielquoten vereinbart. Um feststellen zu können, ob die Quoten erreicht wurden, werden Versorgungsdaten aus der Arztpraxis benötigt. Dann können die Quoten im Rahmen qualitätsorientierter Vergütung berechnet werden.

Wie Versorgungsdaten erheben und versenden?

Diese Daten sind in der Regel nicht Bestandteil heutiger Abrechnungen und damit auch nicht standardisiert aus den Arztinformationssystemen zu exportieren. Auch die Möglichkeit, die Informationen aus den Datensätzen der Kostenträger zu ermitteln, sofern diese dort überhaupt vorliegen, ist mit erheblichem Aufwand verbunden.

Eine Schnittstelle sorgt für sicheren Datenfluss

Die S3C-VE-Schnittstelle ermöglicht Vertragspartnern eine schnelle Ermittlung der vertragsspezifischen Kennzahlen. Dazu gehören Daten zu den eingesetzten Arzneimitteln, zu verordneten Leistungen wie häusliche Krankenpflege und anderer
Maßnahmen wie Heil- und Hilfsmittel. Ferner können mit der Schnittstelle  Abrechnungsziffern, Diagnosen, Krankenhauseinweisungen oder Überweisungen zum Facharzt ermittelt werden.

Die S3C-VE-Schnittstelle exportiert die Versorgungsdaten auch an unabhängige Dritte, die durch die jeweiligen Vertragspartner gemeinsam beauftragt wurden. Diese berechnen dann auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten, ob die vereinbarten Zielquoten tatsächlich erreicht wurden. So können auch die Leistungserbringer – je nach vertraglicher Regelung – an den nachweislich realisierten Einsparungen partizipieren.

Anwendung

In einem Selektivvertrag wurde eine wirtschaftliche Verordnung von Arzneimitteln mit Hilfe von Zielerreichungsquoten vereinbart. Den teilnehmenden Ärzten werden spezifische Informationen übersichtlich in ihrem Arztinformationssystem zur Verfügung
gestellt. Das geschieht in Kombination mit der S3C-AM-Schnittstelle.

Ärzte benötigen die Informationen, um Arzneimittel wirtschaftlich verordnen zu können - im Hinblick auf die jeweiligen vertraglichen Regelungen. Wenn ein Arzt beispielsweise eine Verordnungsquote von mehr als 90% bei diesen Arzneimitteln erreicht, erhält er einen finanziellen Bonus. Die Informationen zu seinem Verordnungsverhalten werden mit der S3C-VE-Schnittstelle für jeweils ein Quartal gesammelt.

Der Export der Daten findet dann einfach per Knopfdruck des Arztes statt. Dabei werden die Ziel-URL, der Verschlüsselungsalgorithmus und das zu verwendende Übertragungsmedium beachtet.

 
 

Download

  • S3C-Schnittstelle auf einen Blick

    Zur effizienten IT-Unterstützung von Selektivverträgen entwickelt die gevko die S3C-Schnittstelle. Damit etabliert sich ein IT-Standard, der es den Software-Herstellern ermöglicht, mit einmalig zu programmierenden Funktionen eine Vielzahl von Versorgungsverträgen in den Softwarelösungen der Leistungserbringer abzubilden.