Modulgruppe Nichtmedikamentöses Verordnungsmanagement


Heilmittelmanagement (HLM)

Bild zu Heilmittelmanagement

Heilmittelverordnung und Rückläufer

Im Jahr 2014 haben Ärzte über 71 Millionen Heilmittel verordnet. Bei den Verordnungen sind zahlreiche Fehler vorgekommen, was angesichts umfangreicher Vorschriften und Regularien nachvollziehbar ist - Rückläufer sind die Folge. Durch die Informationspflicht
entstehen den Arztpraxen allein bei den Heilmittelverordnungen Kosten von über 100
Mio. Euro jährlich (Quelle: Statistisches Bundesamt: Mehr Zeit für Behandlung - Abschlussbericht 08/2015). Korrekt ausgefüllte Heilmittelverordnungen haben demnach ein großes Potential, Bürokratie in der Arztpraxis zu verringern, Arbeitsprozesse zu beschleunigen und Kosten einzusparen.

Zugang zum Heilmittelkatalog

Nutzen Ärzte die S3C-HLM-Schnittstelle, werden ihnen in ihrem  Arztinformationssystem nach Nennung der Diagnose passende Heilmittel  vorgeschlagen. Und sie erhalten Informationen zu Mengen und Frequenzen der in Frage kommenden Heilmittel. Grundlage für die Verordnung ist dabei der aktuelle Heilmittelkatalog des Gemeinsamen Bundesausschuss, in dem Heilmittel u.a. mit zulässigen Höchstwerten festgelegt sind. Mit der S3C-HLM-Schnittstelle steht dem Arztinformationssystem ein digitalisierter Heilmittelkatalog zur Verfügung.
Sowohl die Erbringer der Heilmittelleistungen als auch die Kostenträger können sich auf ein vollständig ausgefülltes und in sich plausibles Formular verlassen, weil die S3C-HLM-Schnittstelle das gesamte Formular mithilfe des mitgelieferten Regelwerks
prüft und validiert. Dies hat dann automatisch deutlich weniger Nachfragen und Korrekturläufe zur Folge.

Zugang zu Rabattverträgen

Weitere positive Effekte können auch im Zusammenhang mit Rabattverträgen für bestimmte Maßnahmen erreicht werden: Wenn Kostenträger und Heilmittelerbringer beispielsweise Rabattverträge zu Verordnungsalternativen vereinbart haben, werden diese dem Arzt im Verlauf der Verordnung vorgeschlagen. Darüber hinaus können im Arztinformationssystem auch weitergehende Informationen in Form von Anleitungen oder Broschüren für Patienten bereitgestellt werden.

Anwendung

Ein Arzt verordnet seinem Patienten mit chronischem Rückenleiden  Krankengymnastik. Beim Ausfüllen des Verordnungsformulars leitet die S3C-HLM-Schnittstelle den Arzt aktiv zur Auswahl der richtigen Indikation an. Über den dann bereitgestellten Indikationsschlüssel werden alle zu dieser Indikation  verordnungsfähigen Maßnahmen aufgeführt. Unpassende Heilmittel werden somit gar nicht mehr angezeigt, wodurch eine Verordnung von nicht genehmigungsfähigen
Maßnahmen erschwert wird. Im weiteren Verordnungsablauf zeigt das Arztinformationssystem mit der S3C-HLM-Schnittstelle dem Arzt an, dass der Kostenträger des Patienten Versorgungsverträge für die ausgewählte  Heilmittelmaßnahme abgeschlossen hat und weist auch auf rabattierte Alternativen hin. Der Arzt kann eine Alternative auswählen und entscheidet sich dann, ebenfalls unterstützt durch die Beregelung des Formulars, für Anzahl und Frequenz der  Erbringung des Heilmittels. Sowohl der Arzt als auch der Patient haben jetzt große Sicherheit, dass die Verordnung formal richtig ist. Durch die Informationen, die über die
S3C-HLM-Schnittstelle im Arztinformationssystem hinterlegt sind, kann der Arzt  seinem Patienten zusätzlich mitteilen, welcher Heilmittelerbringer in der näheren Umgebung praktiziert.

 
 

Download

  • S3C-Schnittstelle auf einen Blick

    Zur effizienten IT-Unterstützung von Selektivverträgen entwickelt die gevko die S3C-Schnittstelle. Damit etabliert sich ein IT-Standard, der es den Software-Herstellern ermöglicht, mit einmalig zu programmierenden Funktionen eine Vielzahl von Versorgungsverträgen in den Softwarelösungen der Leistungserbringer abzubilden.