Modulgruppe Arzneimittelmanagement


Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)

Bild zur Arzneimitteltherapiesicherheit

Fehler bei der Verordnung vermeidbar

Wer handelt und entscheidet macht zwangsläufig den einen oder anderen Fehler. Mit einer IT gestützten Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) wird der Medikationsprozess optimal unterstützt; Medikationsfehler mit dem einhergehenden Risiko unerwünschter
Arzneimittelwirkungen (UAW) werden minimiert. In diesem Zusammenhang ist eine  Studie von 2003 erwähnenswert, die zum Ergebnis hatte, dass in Deutschland 28.000 Todesfälle vermeidbar gewesen wären. Ein automatisierter AMTS-Check während der Arzneimittelverordnung, der das aktuelle medizinische und pharmakologische Wissen bereitstellt, kann deshalb die Patientensicherheit positiv beeinflussen.

Lücke zwischen Systemen

Aktuell am Markt verfügbare AMTS-Systeme unterstützen Ärzte bei der Verordnung von Arzneimitteln. Diese Systeme verfügen häufig nur über herstellerspezifische  Schnittstellen und sind daher nur bedingt einsetzbar. Wenn Hersteller von Arztinformationssystemen (AIS) einen erweiterten AMTS-Check in ihr System  integrieren möchten, müssen sie sich entweder auf einen Lieferanten festlegen oder die Schnittstellen der am Markt erhältlichen AMTS-Systeme einzeln umsetzen.

Die S3C-AMTS-Schnittstelle ist überall einsetzbar

Die gevko bietet mit der S3C-AMTS-Schnittstelle eine einheitliche und  lieferantenunabhängige Schnittstelle zwischen AMTS- und AIS-Systemen an. Dadurch kann der Arzt selbst entscheiden, welches AMTS-System in seiner Praxis zum Einsatz kommt. Die AMTS-Schnittstelle der gevko erleichtert es Ärzten, Arzneimitteltherapiesicherheit in ihr Verordnungsmanagement zu integrieren.

Anwendung - Beispiel 1

Ein Patient erhält ein Medikament zur Blutverdünnung. Wegen anhaltender  säurebedingter Magenschmerzen verordnet der Arzt ein neues Arzneimittel, das die Magensäureproduktion reduziert. Die Kombination der beiden Medikamente kann jedoch zu einer verringerten Wirksamkeit des Blutverdünners führen. Das AMTS-Modul weist den Arzt auf die Wechselwirkung hin und zeigt ihm Medikationsalternativen
auf.

Anwendung - Beispiel 2

Ein Patient erhält als Dauermedikation ein schon lange am Markt befindliches  Arzneimittel. Beim Ausstellen der Folgeverordnung wird der Arzt durch das über die S3C-Schnittstelle verknüpfte AMTS-Modul auf einen aktuell bestehenden ‚Rote-Hand-Brief‘ und dessen Inhalt hingewiesen. Rote-Hand-Briefe sind Informationen der pharmazeutischen Unternehmen für Fachkreise über neue Erkenntnisse bedeutender Arzneimittelrisiken und über Maßnahmen zu deren Minderung.

Anwendung - Beispiel 3

Zur Vorbeugung eines Schlaganfalls verordnet der Arzt einem älteren Patienten ein Arzneimittel zur Blutverdünnung. Aufgrund des hohen Alters und der Gefahr von Blutungen, die mit dem Arzneimittel einhergehen, verordnet der Arzt die niedrigste
verfügbare Dosierung. Daraufhin erhält er über das AMTS-Modul einen Hinweis, dass  die Dosierung unterhalb der empfohlenen Tagesdosis liegt und die Wirkung  eingeschränkt sein könnte.

 
 

Download

  • S3C-Schnittstelle auf einen Blick

    Zur effizienten IT-Unterstützung von Selektivverträgen entwickelt die gevko die S3C-Schnittstelle. Damit etabliert sich ein IT-Standard, der es den Software-Herstellern ermöglicht, mit einmalig zu programmierenden Funktionen eine Vielzahl von Versorgungsverträgen in den Softwarelösungen der Leistungserbringer abzubilden.