S3C-Schnittstelle auf einen Blick

Bild zu S3C-Schnittstelle

Zur effizienten IT-Unterstützung von Selektivverträgen entwickelt die gevko die S3C-Schnittstelle. Damit etabliert sich ein IT-Standard, der es den Software-Herstellern ermöglicht, mit einmalig zu programmierenden Funktionen eine Vielzahl von Versorgungsverträgen in den Softwarelösungen der Leistungserbringer abzubilden. So verringern sich Kosten und Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten erheblich.

Allgemeines

Die S3C-Schnittstelle stellt für die Software-Hersteller die in Selektivverträgen vereinbarten Vertragsinhalte als Anforderungen (Funktionen), Spezifikationen und IT-Regeln bereit. Aus den Versorgungsverträgen in Papierform werden für die S3C-Schnittstelle elektronische Vertragsexemplare in XML erstellt, die vertragsspezifische Informationen und Funktionen enthalten. Dieses XML entspricht einem standardisierten Schema, so dass die Struktur für alle abgeschlossenen Verträge gleich bleibt und nur einmal implementiert werden muss. So können Softwarehersteller unterschiedliche Verträge und Vertragskonstellationen ohne großen Implementierungsaufwand abbilden und ihren Kunden zur Verfügung stellen.

Die Softwarehersteller können die S3C-Schnittstelle kostenfrei nutzen und eigenständig in ihren Softwareprodukten umsetzen. 

Die Leistungserbringer wiederum müssen keine Einzel- oder Insellösungen mehr bedienen. Sie können weiterhin Verträge, an denen sie teilnehmen, innerhalb ihrer gewohnten Software dokumentieren und abrechnen. Bevor die S3C-Schnittstelle im Arztinformationssystem genutzt werden kann, zertifiziert die gevko im Rahmen einer Prüfung die korrekte Umsetzung des Anbieters.

Modularer Aufbau

Die S3C-Schnittstelle ist modular aufgebaut. Ausgehend von der allgemeinen Vertragsbeschreibung wird auf die vertragsspezifischen Module und Steuerungsinformationen verwiesen. Diese bilden die konkreten Vertragsgegenstände ab.

Ein Modul enthält vertragsspezifische Steuerungsinformationen (z.B. zu Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln) sowie die anzuwendenden Funktionskataloge. In den Funktionskatalogen wird festgelegt, wie die Steuerungsinformationen im konkreten Anwendungsfall zu interpretieren sind. Für den einzelnen Versorgungsvertrag kommt in der Regel immer nur ein Auszug des gesamten Funktionskataloges zum Einsatz.

In der S3C-Schnittstelle sind unter anderem folgende Vertragsbestandteile abgebildet: 

  1. allgemeine Vertragsinformationen: Vertragspartner,  Vertragskennzeichen, Vertragstyp und Laufzeit
  2. Referenzen und Abhängigkeiten zu anderen Versorgungsverträgen
  3. Teilnahme- und Einschreibekriterien für Leistungserbringer und Versicherte
  4. Auszüge des Originalvertrages und seiner Anlagen als Verweis auf PDF-Dokumente
  5. Einschreibe- und Teilnahmeformulare
  6. allgemeine Abrechnungs- und Übermittlungsvorschriften
  7. ggf. Verweise auf weitere S3C-Schnittstellenmodule, die im Rahmen des Versorgungsvertrages Anwendung finden

Vorteile

Wettbewerbsneutralität
Die S3C-Schnittstelle steht allen Versorgungsvertragspartnern und Dienstleistern ohne Beschränkung zur Verfügung. Das heißt: Die Nutzung des Schnittstellenstandards ist weder bestimmten Versorgungsvertragspartnern vorbehalten noch mit der Inanspruchnahme bestimmter (Abrechnungs-) Dienstleister verknüpft. Das sichert den Marktzugang für alle Versorgungsvertragspartner und Dienstleister und führt zu mehr Vertragswettbewerb und niedrigeren Verwaltungskosten. Für Pflege und Weiterentwicklung des Schnittstellenstandards wird lediglich eine kostendeckende Lizenzgebühr erhoben.


Funktionsumfang
Die S3C-Schnittstelle bietet derzeit den breitesten Funktionsumfang auf dem Markt. Neben den „klassischen“ Funktionen (insbesondere „Abrechnung“) unterstütz S3C auch Prozesse des Versorgungsmanagements, zum Beispiel bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie beim Einweisungs- und Überweisungsmanagement. S3C ist sektorübergreifend angelegt und nicht auf den ambulanten ärztlichen Sektor begrenzt. Dadurch können auch integrierte Versorgungsmodelle abgebildet werden.


Transparenz
Das System der offenen Schnittstellenspezifikation bietet den Beteiligten maximale Transparenz: Datenschützer, Aufsichtsbehörden und Leistungserbringer können zum Beispiel an Hand der Schnittstellenspezifikation schon vorab prüfen, welche Daten wie verarbeitet und gegebenenfalls übermittelt werden sollen.
Die eigentliche Datenübermittlung erfolgt verschlüsselt im Rahmen der für die Übermittlung von Sozialdaten gesetzlich zugelassenen Verfahren.

Geschlossene Softwaremodule, bei denen die Beteiligten Inhalt und Funktion der Software nicht prüfen können, sind bei diesem System nicht erforderlich.

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